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santiago

(Mitglied)

Hallo,

bei ebay bietet "gibe11" zurzeit eine Reihe von wertvollen Marken der Sammelgebiete Bizone, Saarland, Berlin usw. an, bei denen ich Zweifel an der Echtheit der Stempel habe. verwirrt

Vielleicht tue ich dem Anbieter aber auch Unrecht, da ich kein Experte beim Erkennen von Falschstempeln bin. Ich habe zunächst mal die Bizone 49 Ia hochgeladen.
Was sagen die Experten?
Dateianhang:

 Bizone 49 Ia - gibe.jpg (162.74 KByte | 13 mal heruntergeladen | 2.07 MByte Traffic)


santiago
30.12.11, 20:09:47

Hugo67

(Mitglied)

Bei dem Angebot der Saar 255-259 ist der Stempel des Höchstwerts für mich bestenfalls unprüfbar:
380398378252
Bei der Saar 298 habe ich ebenfalls Zweifel, denn ich lese da Saarlouis 4, da sieht der echte Stempel anders aus
380398379718
Dem Stempel auf der Saar 337 gebe ich hingegen eine gewisse Chance auf Echtheit:
380398380227

Im Zweifel gilt stets: Höherwertige Marken nur aktuell geprüft kaufen !
30.12.11, 21:15:59

santiago

(Mitglied)

Hallo Stempelexperten,

ich habe leider noch keinen Kommentar zu der oben gezeigten 49 Ia bekommen.
Zurzeit läuft eine ebay-auktion von posthornspezial (noch gut 1 Stunde), der die AM-Post 35 (1 RM) mit einem (20 b) Goslar-Stempel als echt anbietet.
Wie ist Eure Meinung?

Dateianhang:

 AM-Post 1 RM -posthornspezial.jpg (17.6 KByte | 23 mal heruntergeladen | 404.86 KByte Traffic)


santiago
01.01.12, 17:54:36

erwischensen

(Mitglied)

geändert von: erwischensen - 01.01.12, 20:37:46

Guten Abend, santiago,
ich habe gestern auf Deine Anfrage geantwortet in "Neuer Leiter BDPh...."
Eine Goslar-gestempelte Marke findest Du auch hier...220923586170.
Mit besten Grüßen.
01.01.12, 20:32:53

santiago

(Mitglied)

Hallo erwischensen,

ich hatte Deinen Kommentar schon gelesen. Hugo67 hatte bereits die Saar-Marken kommentiert. Übrigens sieht er das etwas kritischer als Du, was die Echtheit der Stempel anbelangt.
Mich interessiert in erster Linie die Echtheit des Bizonen-Stempels (49 Ia). Der steht im Forum, aber dazu hat sich außer Dir - ich nehme an, dass Du diesen Stempel für echt hältst - niemend geäußert.
Der von Dir gefundene Goslar-Stempel ist genau der von mir eingestellte. Die AM-Post Marke wurde übrigens für sage und schreibe 5,51 € verkauft! Kein schlechter Preis, wenn die Marke wirklich echt ist!!
Der gestempelte Saar Hochwasserhife-Satz (Michel 450€) von "gibe11" fand übrigens keinen Käufer, was meine Vermutung stützt, dass es sich wohl um Falschstempel handelt.

Prosit Neujahr

santiago
01.01.12, 23:05:47

kontrollratjunkie

(Mitglied)

Zu dem Goslar - Stempel habe ich keine Nachweise oder Vergleichsstücke, aber mir gefällt er nicht.
Der Abschlag ist für die AM - Postzeit zu sauber und die Farbe passt eigentlich auch nicht.
M.E. gibt es auch viele Stempelfälschungen auf der 1 RM von diesem Ort, genauso wie von Hamburg.
Ich hätte die Marke auch nicht gekauft und die 5,51 EUR sind wohl verloren.
Alles andere würde mich wundern.

Neujahrsgruß
KJ
01.01.12, 23:19:53

santiago

(Mitglied)

Hallo KJ,

auch mir war der Stempel suspekt.

Noch ein Nachtrag zu dem Saar-Hochwasserhilfe-Satz: Der Verkäufer hat das Angebot vorzeitig zurückgezogen! M. E. müsste er weitere Lose zurückziehen. Ich meine, dass hier Gummistempel im Spiel sind. Was sagt denn der Chef dazu?

Hier noch zwei Angebote von gibe11:
AM-Post 1 RM, Stempel: Lehre/Braunschweig, sieht aus wie ein Ei
AM_Post 80 Pf., Stempel ebenfalls Lehre/Braunschweig

Dateianhang:

 AM-Post 1 RM - gibe11.jpg (166.23 KByte | 7 mal heruntergeladen | 1.14 MByte Traffic)

Dateianhang:

 AM-Post 34 - gibe11.jpg (158.29 KByte | 6 mal heruntergeladen | 949.75 KByte Traffic)

Dateianhang:

 AM Post 80 Rückseite - gibe11.jpg (106.02 KByte | 6 mal heruntergeladen | 636.11 KByte Traffic)


santiago
01.01.12, 23:40:31

stampsteddy

(Mitglied)

geändert von: stampsteddy - 02.01.12, 02:01:46

Hallo,

kleine Tipps meinerseits (auf die Gefahr hin, dass der eine oder andere mich versucht verbal zu steinigen):

Goslar und Hildesheim sind nach meiner Erfahrung die häufigsten Falschstempel auf 80 Pfg und 1 RM AM-Post.

Der Hochwassersatz ist durchgängig mit falschen oder gestohlenen Stempeln entwertet.

Der Saarlouis 2 (m.E. 2, nicht 4) zeigt alle Merkmale eines echten Stempelabschlags und Stempelfarbe. Nachteil, Datumsbrücke nicht lesbar. Mir persönlich lag er noch nicht als Falschstempel oder missbräuchlich verwendet vor bzw. das ich mich erinnern könnte Saarlouis 2 als solchen von der Prüfung zurück erhalten hätte.

60 Pfg Bandaufdruck, könnte PASSAU 2 sein, wenn dem so ist, so sollte man genauso die Finger von lassen wie von Ziffern-Ausgabe mit Band/Netz-Aufdruck und Stempel MÜNCHEN TA (Telegraphenamt). Es wird dann mit 99% Sicherheit so sein, dass es sich um nachträglich produzierte Aufdrucke handelt und diese durch die Prüfung fallen. (so meine Erfahrung).

Lehre über Braunschweig. Speziell über diesen Stempel habe ich keinen Erfahrungswert, grundsätzlich kann ich aber sagen, dass 99% aller von mir zur Prüfung gesendeten Landpoststellenstempel I (zu dieser Gruppe gehört dieser) von den entsprechenden Prüfern III. Reich bis Bundespost bisher unter der Ansage "missbräuchlich verwendet" abgelehnt wurden. Manchmal wirkt es aber Wunder, wenn man die Marken einige Jahre später wieder zur Prüfung einsendet ("vermutlich haben sich dann die Erkenntnisse geändert/verbessert").

Den Ratschlag von Hugo67 "Im Zweifel gilt stets: Höherwertige Marken nur aktuell geprüft kaufen !" gebe ich gerne weiter, dann muß sich keiner den Kopf zerbrechen.

Gerne werde ich auch nicht müde zu erwähnen, dass es sich abermals um Angebote von "privaten Verkäufern" handelt.
Seht doch lieber nach Angeboten von seriösen Händlern mit aktuellen BPP-Prüfungen nach. Zahlt dann einfach den geforderten und vermutlich weitaus höheren Preis und Ihr habt Ruhe und Frieden. Umsegelt ungeprüfte Angebote und wir können uns die Diskussion und sogar eine BDPH-Fälschungsbekämpfungsstelle ersparen. Es ist doch nur die Gier nach dem vermeintlichen Schnäppchen, welche Fälscher und eine Fälscherbekämpfungsstelle an die Tagesordnung ruft. Leider brauchen wir für die alten Fälschungen und schlimmer Verfälschungen als auch für die Gierigen nach wie vor die Prüfer und eine BDPH-Fälschungsbekämpfungsstelle, weil diese Fälschungen und Verfälschungen lange noch nicht ausgerottet sind und die Gierigen nicht müde werden nach dem vermeintlichen Schnäppchen zu suchen.

Denkt mal drüber nach.

MfG
stampsteddy
02.01.12, 01:34:46

drmoeller_neuss

(Mitglied)

geändert von: drmoeller_neuss - 03.01.12, 20:58:04

@stampsteddy:

Es ist ein Unterschied, ob eine Marke einen Falschstempel hat oder einfach nicht prüfbar ist.
Das dürfte bei vielen Landpoststempeln der Fall sind. Die waren wirklich im Einsatz, allerdings nicht immer 100% korrekt verwendet. Wenn da ein Prüfer nicht genügend Vergleichsmaterial hat, lässt er die Prüfung bleiben. Schliesslich haftet er für das Prüfergebnis.
Auch "Nachträglich entwertet" und viele Innendienststempel "Telegraphenamt" fallen unter diese Kategorie "nicht prüfbar". Solche Marken können natürlich als echt angeboten werden, wenn nicht das Gegenteil durch eine Prüfung bewiesen werden kann.

Anders dagegen 100% eindeutige Falschstempel. Die zeichnen sich dadurch aus, dass es sie entweder gar nicht gab, oder zu dem Stempeldatum nicht gab. Ein Stempel, der erst 1952 angeschafft wurde, kann nicht auf der Kontrollratsserie vorkommen.

@alle: ist dieser Stempel aus Pinneberg auf dem Beethovenblock echt? Ich habe da meine Zweifel.
Dateianhang:

 pinneberg.JPG (11.89 KByte | 27 mal heruntergeladen | 320.92 KByte Traffic)

03.01.12, 20:56:28

stampsteddy

(Mitglied)

@drmoeller_neuss:

vielen Dank für Ihre schöne Erklärung, jedoch sind mir die Unterschiede nach 20 Jahren als Berufsphilatelist schon lange bekannt. Die Stempel "Passau" und "München T.A." habe ich insbesondere aufgeführt, da mir mit diesen beiden Stempeln schon Band/Netz-Aufdruckmarken vorlagen bzw. ich von der Prüfung zurück erhielt, welche zusätzlich mit nicht amtlich produzierten Aufdrucken versehen waren (wenn ich mich dann hoffentlich richtig erinnere).

Ihre Meinung, dass man nicht prüfbare Stempel, unter diese Kategorie fallen auch Stempel bei denen die Merkmale für eine Echtheitsbestätigung durch einen anerkannten Prüfer nicht ausreichen, als echt zu deklarieren bzw. anbieten zu können, halte ich zumindest in philatelistischer Hinsicht für falsch. Sie können nicht eine gestempelte Marke, bei der die Echtheitskriterien der Entwertung nicht ausreichen, mit einer gestempelten Marke gleich setzen, bei der die Echtheitsbestätigung durch anerkannten Prüfer erfolgt ist. Ferner Ihnen jeder Sammler, der eine solche Marke von Ihnen kauft und von der Prüfung mit derartigem Ergebnis "Stempel nicht prüfbar" zurück bekommt, diese reklamieren wird.

In Bezug des von Ihnen gezeigten Stemepel "(24 b) PINNEBERG f 8.9.59" (Ersttagsdatum für die Blockausgabe) kann ich im Moment noch nicht Ihre Zweifel nachempfinden. Lasse mich aber gerne aufklären, warum Sie in Bezug dieses Stempels Bauchschmerzen haben. Im Falle bei diesem Stempel keine missbräuchliche Verwendung bekannt ist oder dieser Stempel am 08.9.59 noch nicht oder nicht mehr im Schaltereinsatz war oder er überhaupt nur im Innendienst verwendet wurde, habe ich keine Bedenken diesen für echt zu empfinden. Die PLZ 24 b stimmt wenigstens schon mal.

Am 8.9.59 haben einige Sammler den Beethoven-Block mit Ersttagsstempel an Ihrem Heimat-Postamt entwerten lassen. Sogar in Berlin war der Block am Postschalter verfügbar, wie das nachstehende Bild zeigt.

MfG
stampsteddy
Dateianhang:

 Bund-Block-2-Berlin-EST.jpg (179.73 KByte | 7 mal heruntergeladen | 1.23 MByte Traffic)

04.01.12, 22:16:06
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